Warum diese Seite?

Als ob nicht schon genug Subjektivität in der Welt wäre, jetzt fühlt sich auch noch der Schmelich bemüßigt, seine Sicht der Dinge in den Orkus des Neulands zu katapultieren. Ja, er fühlt sich bemüßigt, weil er immer noch wütend, immer noch laut, immer noch „ein Leben der Hoffnung wider besseren Wissens“ (James Baldwin) zu leben gedenkt. Während die Komplexität des Weltenlaufs die Schädeldecke des Denkenden vor immer neue Zerberstproben stellt, scheinen die Vereinfacher das Ruder der Meinungsbildung nach und nach zu übernehmen. Nachdenken, abwägen, querdenken – schlicht DENKEN erfreut sich in diesen Tagen der Republik nicht eben praller Konjunktur. Inspiriert von der nur mäßig beachteten Essay-Sammlung aus dem Jahre 1971 des Ernst Herhaus, der seine teils schrägen Gedanken „Notizen während der Abschaffung des Denkens“ betitelte, werde ich meine Gedanken zum Zeitenchaos, zur Politik und ihren medialen Transportwegen in einem von meiner Empörung und ihrer Beruhigung beherrschenden Rhythmus HIER UND JETZT in die Welt posaunen, ganz gleich wie laut die Posaunen zu hören sein werden und ob sich überhaupt jemand für Posaunenklänge interessiert.

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